Dem einen Freud, des anderen Leid – Saisonende beim Ironman 70.3 Zell am See

Für unseren Saisonabschluss haben wir uns eine traumhafte Kulisse ausgesucht. Zell am See im Salzburgerland. Noch einmal alle Kräfte mobilisieren und alles geben, das war das Ziel für das vergangene Wochenende….eigentlich!

Endlich wieder in die Alpen und dann auch noch zu einem Rennen mit anschließender Urlaubswoche – die Vorfreude war riesig! Am Freitagmorgen machten wir uns mit Sack, Pack und Rädern auf den Weg in Richtung Süden. Bei herrlichem Wetter verbrachten wir den gesamten Tag auf vollgestopften Autobahnen – gibt es denn etwas besseres?

JA

Ankommen, auspacken und ab in den See… haha aber nicht für uns! Erstmal machten wir einen “kleinen” Spaziergang von der Unterkunft ins Stadtzentrum von Zell am See, um dort noch an diesem Abend die Startunterlagen abzuholen! Den Stress am Samstag wollten wir uns nicht geben, also stressten wir uns lieber noch an diesem Tag, der sowieso gegessen war! Der angesprochene “kleine” Spaziergang betrug am Ende ca. eine Länge von 7 km und knockte uns nach dieser Autofahrt dann auch komplett aus! Nur noch in die Wohnung, etwas essen und dann ab ins Bett!

Der Tag vor dem Rennen

Herrliches Wetter und eine traumhafte Landschaft erwarteten uns am nächsten Morgen, genau das, auf was wir uns so gefreut hatten. Nach einem leckeren Powermüsli ging es direkt zum See. Wasser antesten – ok kalt – Neoverbot bei 21°C ausgeschlossen! Nach ein paar 100 Metern und Nine´s typischen Panikanfällen vor Wasserpflanzen war das “Schwimmtraining” für diesen Tag dann auch erledigt und es folgte noch eine kurze Koppeleinheit auf dem Rad und in den Laufschühchen.

Mittlerweile war die Außentemperatur auf 30°C angestiegen – schön drückend 😀 – hoffentlich wird das morgen anders…

Wir sammelten unsern Kram zusammen, was bei so einem Rennen und dann auch noch zu zweit, doch wirklich einiges ist – siehe Foto 😀 (es fehlen die 6 Wechselbeutel, die 4 Trinkflaschen und weiteres Zeug was ein Triathlet so mit sich schleppen muss) und es ging weiter zum Strandbad Schüttdorf, wo sich Wechselzone und Schwimmstart befand.

Vorbereitung IM 70.3 Zell am See

Einchecken, Räder fertig machen und der ganz normale Triathlonwahnsinn eben 😉

Den Rest des Tages ließen wir ruhig ausklingen, wenig Aufregung und viel Nudeln. Nicht mal so früh ins Bett mussten wir an dem Abend, denn der Rennstart war nicht etwa wie in Frankfurt zu Zeiten der Tiefschlafphase, sondern um 11 Uhr. Das heißt für uns ausschlafen :D, Frühstücken und dann setzte auch die Aufregung ein! Von Nine´s Familie, die extra angereist war ❤ wurden wir abgeholt und nach Schüttdorf gebracht!

“Ej Schatz, mein Laufbeutel ist weg”

Am Abend vor dem Wettkampf hatte es noch ein heftiges Gewitter gegeben. Wir hatten schon etwas Angst um unsere Rädchen aber um unsere Plastikbeutel an den Ständern hatten wir uns eher weniger Gedanken gemacht :D. Als wir am Rennmorgen nochmal alles checkten und die letzten Dinge in den Beuteln verstauen wollten, musste Flo, leicht panisch, feststellen, dass sein Beutel inklusive Laufschuhen nicht mehr an dem Haken hing, an dem er eigentlich genau jetzt hängen sollte! Mit einer Herzfrequenz die eigentlich erst später an diesem Tag einsetzten sollte, machten wir uns auf die Suche nach dem guten Stück :D! Die Rennleitung erklärte uns, dass das Chaos nach dem Gewitter riesig war und alle Ständer in der Nacht umgefallen waren und dass der Beutel auf jeden Fall irgendwo hier sei – nur wo? Der nette Herr versuchte es auf digitalem Wege und spielte nervös mit seinem Smartphone! Flo begann die Suche klassischer, direkt an den Ständern. An einem Ständer, mit Startnummer die gar nicht vergeben waren hatte er Glück 😀 ganz einsam und verlassen hing der kleine rote Beutel bei Startnummer 78, 100 Haken zu weit vorne ;)! Puuuuuuh!

Runterkommen….

Gut, somit wäre die erste Herzattacke Vergangenheit. Weiter im Programm….die immer gleiche Vor-Rennroutine wird durchgezogen und dann steht man eigentlich schon in der Schlange und wartet nur noch auf den Startschuss 😉

Eigentlich sollte es auch hier in Zell einen “Rolling-Start” geben, irgendwie hatten die Helfer aber noch nicht genau raus, wie das eigentlich funktioniert. So marschierten die 2500 Teilnehmer halt einfach in 5er Reihen nacheinander ins Wasser. Gut, es geht halt viel viel schneller als jede 5 Sek. nur 3 Leute ins Wasser zu lassen, ändert aber an der Menschenmasse beim Schwimmen und der Windschattenproblematik auf der Radstrecke, nicht all zu viel 😀

Es dauerte genau 20 Sekunden

Ein letzter Abschiedskuss und Flo hüpfte in den See. Etwas später dann auch ich. Dort dauerte es genau 20 Sek. bis ich den ersten Käsefuß mit Schuhgröße 45 mitten in meinem Gesicht hatte…wunderbar…Schwimmbrille um den Hals und nicht mehr auf den Augen. Etwas verwirrt vom Tritt und in Panik, dass die teure Kontaktlinse jetzt im Seewasser verschwindet versuchte ich mich zu orientieren und die Brille wieder auf die Nase zu bekommen. Nach einigen Versuchen gelang das dann endlich und es konnte, wenn auch mit richtig mieser Laune, weitergehen…juhu…ich hätte dort schon umdrehen sollen 😀

Alles was ich mir für dieses Mal beim Schwimmen vorgenommen hatte war damit schon flöten gegangen und ich hatte nur noch Mühe dieses Elend zu beenden. Ich habe wirklich versucht mich aufzuraffen und mal Gas zu geben aber es hat nicht geklappt…ICH BRAUCHE EINEN SCHWIMMTRAINER! Das muss sich echt ändern. Im Training klappt es doch, aber sobald 1000 Menschen oder auch 2500 um mich herum sind, kann ich meine Gliedmaßen anscheinend nicht mehr ordnungsgemäß koordinieren  – Katastrophe und peinlich noch dazu!

Einen Blick auf die Uhr bestätigte mein völlig verkacktes Schwimmen

:/

Luxembourg hatte es doch auch geklappt, also eigentlich kann ich es…eigentlich :D! Naja mit anhaltender mieser Laune machte ich mich zu meinem Rad, wo hoffentlich alles besser wird.

Für Flo lief das Schwimmen relativ gut: Auf dem Hinweg kam ich direkt gut in meinen Rhythmus rein. Nach der letzten Wendeboje begann dann allerdings die Suche nach der nächsten Boje. Die tiefstehende Sonne und der viel zu große Abstand der nächsten Boje machte das Unterfangen unmöglich und somit entschied ich mich zunächst einfach den anderen Hallenbadkappen nachzuschwimmen. Die Richtung wird schon ungefähr stimmen 😀 Nach einer Weile hatte ich jedoch das Gefühl viel zu weit nach rechts abgedriftet zu sein und innerlich schon mit einer schlechten Schwimmzeit gerechnet und mindestens 300 m zu weit geschwommen zu sein. Der Blick auf die Uhr sagte jedoch was anderes: 1930 m. Doch keine extra Umwege 😀

Neo aus, Radhelm auf…

Die ersten Kilometer der Radstrecke sind der Hammer 😀 die Strecke bis zum gefürchteten Filzensattel ist flach, breit und schnell! Das klingt nach Spaß… aber irgendwie blieb selbst hier der Spaß bei Nine aus :D…gut den 13 km langen Anstieg und mein Gejammer dazu erspare ich euch lieber. Die verbleibenden 50 km waren voll mit negativen Gedanken, schlechten Beinen, einer Ladung Iso über dem Kopf (weil… Flasche verwechselt) und vielleicht einem kleinen Funken Hoffnung auf gute Laufbeine! Dieser Funke erlischte aber sagen wir nicht schnell sonder blitzschnell 😀 sobald ich die Wechselzone in meinen Laufschuhen verlassen hatte.

Auch Flo startet mit Vollgas in die ersten 20 km bis zum Anstieg: Die ersten 10 km des Anstiegs versuchte ich dann relativ kontrolliert zu fahren, um mir etwas Kraft für den letzten, steilen Kilometer zu sparen. Zwar habe ich mir am Ende den ein oder anderen l